Tour de France und Deutschland Tour – ARD archiviert Material vom Radsport auf Silent Bricks

Der Saarländische Rundfunk ist verantwortlich für die Übertragung der internationalen Radsportveranstaltungen in der ARD. Archiviert werden die Aufnahmen auf Silent Bricks von FAST LTA.

„Wir mussten immer sehr flexibel sein. Mit der Digitalisierung sind die Anforderungen aber überproportional gestiegen.“

Stefan Krieger, Technischer Leiter für den Bereich Radsport beim Saarländischen Rundfunk (SR)

Radsport ist eine besondere Sportart. Anders als bei Fußball oder Skifahren müssen die Zuschauer nicht direkt zu einem Veranstaltungsort fahren. Die Veranstaltung kommt bei den Zuschauern vorbei und ist kostenlos – und das meistens im Sommer und in den schönsten Landschaften. Das dürfte einen Teil der Faszination ausmachen, der insbesondere für die Tour de France gilt. Dass es dabei auch Skandale und Skandälchen gibt, ist ein weiterer Aspekt, wenn man den Mythos erklären will. „Außerdem gibt es in Deutschland über 18 Millionen Radfahrer, für die die sportlichen Höchstleistungen faszinierend sind”, sagt Stefan Krieger, Technischer Leiter für den Bereich Radsport, beim Saarländischen Rundfunk (SR). Er selbst ist seit 30 Jahren dabei und hat in dieser Zeit alle Höhen und Tiefen der Sportart kennengelernt. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Radsportveranstaltungen jedes Jahr stattfinden und nicht, wie Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele nur alle 4 Jahre. Das macht die Veranstaltungen für die Fans zu festen Bestandteilen im Jahresverlauf – so wie Weihnachten und Geburtstage. Angefangen hat Stefan Krieger als Cutter. Mit der Zeit wuchsen die Aufgaben und aktuell verantwortet er die komplette Technik, die für die Live-Übertragung und die Aktivitäten am Rande, wie Interviews und Zusammenschnitte für die Sportschau, nötig sind. „Wir mussten immer sehr flexibel sein”, sagt er rückblickend. „Mit der Digitalisierung sind die Anforderungen aber überproportional gestiegen.” Das betrifft insbesondere die Archivierung der Aufnahmen.

Silent Bricks als mobiles Archiv

Das Silent Brick System hat sich in der Broadcast-Welt bereits als mobiles Archiv etabliert und wird u.a. vom ZDF, SR und SWR auf Sportveranstaltungen eingesetzt.

Das Silent Brick System ist ein slot-basierter Sekundärspeicher. Das Silent Brick Drive mit seinen 2 Slots auf 1 HU ist ideal für die Installation im Ü-Wagen geeignet. Vor Ort passen dann bis zu 24 TB brutto - oder 16 TB netto mit hochsicherem Erasure Coding und vierfacher Redundanz - auf einen Silent Brick. Der knapp 2kg leichte Silent Brick ist durch einen stabilen Aluminium-Rahmen auch vor physischen Beschädigungen geschützt.

Interview mit Stefan Krieger

Installation des Silent Brick Drives im Ü-Wagen
Installation des Silent Brick Drives im Ü-Wagen
© Saarländischer Rundfunk

Stefan Krieger ist beim Saarländischer Rundfunk für die technische Umsetzung der Live-Berichterstattung von Sport-Events im Radsportumfeld zuständig. Er ist für diesen Bereich technischer Leiter und begleitet die Tour de France seit über 30 Jahren.

Herr Krieger, Sie blicken auf eine lange Zeit bei der Tour de France zurück. Welches persönliche Highlight gab es für Sie in den letzten 30 Jahren?
Stefan Krieger: Ein spezielles Highlight kann ich hier nicht nennen. Die Tour de France an sich ist das Highlight. Die unterschiedlichen Landschaften der Regionen in Frankreich machen die Veranstaltung so interessant. Jedes Jahr sind die Etappen in reizvollen Gegenden und ich kann jedes Jahr etwas Neues kennenlernen. Das macht die Tour nie langweilig und erhält die Spannung – selbst nach so langer Zeit. Natürlich sind es auch die Geschichten und Menschen, die es immer wieder interessant machen.


Wie viele Stunden Material werden bei einer Tour de France produziert?
SK: Das ist nicht ganz genau zu spezifizieren. Denn das französische Fernsehen produziert im Auftrag des Veranstalters das internationale Material und wir ergänzen das durch eigene Interviews und Hintergrundberichte. Insgesamt würde ich aber von zirka 120 bis 150 Stunden ausgehen, die da zusammenkommen.


Wie viele Kameras und Ü-Wägen sind im Einsatz?
SK: Da wir ja sehr mobil sein müssen, sind das bei uns gar nicht so viele. Wir haben einen Ü-Wagen im Einsatz, in dem wir die Technik vorhalten und die Berichte und Einspieler - unter anderem für die Sportschau und Tagesschau - schneiden. Für die Aufnahmen sind immer zwei drahtlose Kameras dabei, die mit unseren Redakteuren spannendes Hintergrund-Material und Interviews aufnehmen. Das französische Fernsehen, das die Hauptübertragung durchführt, ist da natürlich groß aufgestellt. Hier gibt es allein 3 Hubschrauber und 5 Motorräder mit Kameras. Zusätzlich ungefähr 10 bis 20 statische Kameras für Start Ziel und weitere wichtige Punkte der jeweiligen Etappe.


Wie kam bzw. kommt das Material bisher zurück zum Sender und dort ins Archiv?
SK: Das passiert primär über Satellit und auch per Internet über eine interne Lösung. Das französische Fernsehen stellt die Übertragung der EBU (European Broadcasting Union), der die ARD angehört, zur Verfügung. Unser Archiv, das wir zusammen mit dem SWR in Baden-Baden haben, übernimmt dieses Signal direkt auf die dortigen Server.


Welche Software und Hardware wird zum Playout der Clips im Ü-Wagen eingesetzt?
SK: Hier nutzen wir klassisch AVID für das Schneiden der Beiträge ein. Die Silent Bricks sind hier in das AVID-Netzwerk als Datenspeicher eingebunden und unsere Cutter greifen direkt auf die archivierten Aufnahmen zu.


Welche Software wird zur Verwaltung der Archive eingesetzt?
SK: Die ARD setzt hier schon sehr lange auf die etablierte FESAD-Datenbank. Die einzelnen Szenen und Highlights werden darin verschlagwortet und mit Time-Code versehen. So können wir sie für die aktuelle Berichterstattung zügig herausfinden.


Was überzeugt am meisten an den Silent Bricks?
SK: Das Hauptargument ist die kompakte Vorhaltung eines ganzen Radsportjahres auf nur einem Brick. Bisher mussten wir hier 60 XDCAM, also optische Scheiben, mitnehmen. Das Silent Brick System ist mit seinen 24 Terabyte also quasi für unsere Zwecke maßgeschneidert.

Silent Brick System

Die Silent Brick Familie
Die Silent Brick Familie
Silent Brick Drive, Silent Bricks und Silent Brick System mit Controller und Erweiterung (von links nach rechts)

Das Silent Brick Drive eignet sich ideal zum Einbau im Ü-Wagen oder als günstiger Netzwerkspeicher. In seinen 2 Slots finden Silent Bricks mit bis zu 48 TB Gesamtkapazität (brutto) Platz. Die Anbindung erfolgt über schnelles dual 10G Ethernet.

Silent Bricks gibt es in Bruttokapazitäten von 3, 6 und 12 TB (mit SSDs) oder 12 und 24 TB (mit Festplatten). Die integrierte Datensicherung der Speichercontainer lässt sich zwischen dual oder triple Parity (mit ZFS) oder vierfacher Redundanz (mit Erasure Coding) einstellen. Jeder Silent Brick lässt sich individuell in Anbindung, Sicherheit und Rechtevergabe konfigurieren.

Das Silent Brick System startet bei 5 Slots für Silent Bricks und lässt sich mit Shelves mit je 14 Slots bis in den Petabyte-Bereich erweitern.


Mehr Informationen über das Silent Brick System für Film / TV / Video

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